FAQ – „Punktebasiertes Modellprojekt für ausländische Fachkräfte (PuMa)“

1. Von wann bis wann wird das Modellprojekt durchgeführt?

Die Erprobung erfolgt über einen Zeitraum von drei Jahren. Die Vermittlung von ausländischen Fachkräften an interessierte Arbeitgeber ist möglich seit dem 1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2019.

2. Ist es auch möglich in einem anderen Bundesland in Deutschland im Rahmen von PuMa zu arbeiten?

Nein, das Modellprojekt ist auf Baden-Württemberg begrenzt. Dienstreisen sind erlaubt.

Nach Ablauf von zwei Jahren können PuMa-Teilnehmerinnen und -teilnehmer durch denselben oder einen anderen Arbeitgeber auch in einem anderen Bundesland beschäftigt werden.

3. Wie kann ich an PuMa teilnehmen?

Für die Teilnahme an PuMa brauchen Sie eine abgeschlossene Berufsausbildung sowie Deutschkenntnisse mindestens auf dem Niveau A2 des europäischen Referenzrahmens. Wie Sie auf die nötigen 100-Punkte für ihre Integrationsfähigkeit kommen können Sie hier nachlesen.

4. Wofür werden im Modellprojekt Punkte vergeben?

Im Rahmen des Modellprojekts liegt der Fokus auf der Integrationsfähigkeit der ausländischen Fachkräfte, dabei sind Deutschkenntnisse das zentrale Kriterium. Allerdings können fehlende Deutschkenntnisse teilweise auch durch andere Integrationskriterien ausgeglichen werden, wie z.B. durch einen rechtmäßigen Voraufenthalt in Deutschland oder durch in Baden-Württemberg lebende Verwandtschaft. Aber auch mit Englisch- und Französischkenntnissen sowie durch einen vorherigen Bildungs- oder Erwerbsaufenthalt in einem Land der Europäischen Union kann ein Teil der fehlenden Punkte bei den Deutschkenntnissen ausgeglichen werden.

5. Was ändert sich durch das Modellprojekt PuMa an Arbeitsmöglichkeiten für Menschen aus Drittstaaten?

Im Rahmen von PuMa wird Fachkräften mit einer anerkannten Berufsausbildung erstmals der Zugang zu allen Berufen, die nicht auf der „Positivliste“ der Bundesagentur für Arbeit stehen, geöffnet, wenn die ausländische Fachkraft bestimmte Kriterien zur Integrationsfähigkeit erfüllt. Die Positivliste wird regelmäßig aktualisiert und ist hier zu finden. Ein konkretes Arbeitsplatzangebot ist weiterhin erforderlich.

6. Kann eine ausländische Fachkraft auch ohne Deutschkenntnisse zuwandern?

Bei Deutschkenntnissen unterhalb des Niveaus A2 des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen ist im Rahmen des Modellprojekts – unabhängig von der Erfüllung weiterer Kriterien – kein Arbeitsmarktzugang möglich.

7. Ich interessiere mich für eine Teilnahme an PuMa. Wo gibt es weitere Informationen zum Modellprojekt?

Alle Fragen zum Modellprojekt PuMa und zu Arbeiten und Leben in Deutschland werden vom Virtuellen Welcome Center der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit beantwortet.
Tel.: +49 228 713-1313
E-Mail: make-it-in-germany@arbeitsagentur.de
Webseite: www.make-it-in-germany.com

8. Wer berät mich bei der Anerkennung meines Berufes und bei der Punkteprüfung?

Melden Sie sich auch hier als erstes beim Virtuellen Welcome Center. Hier erhalten Sie Informationen über Zulassungsvoraussetzungen zum Punktemodell sowie weiterführende Informationen zu Leben und Arbeiten in Deutschland.
Tel.: +49 228 713-1313
E-Mail: make-it-in-germany@arbeitsagentur.de
Webseite: www.make-it-in-germany.com

9. Warum wird das Modellprojekt in Baden-Württemberg durchgeführt?
Mit Baden-Württemberg wurde für das Pilotprojekt eine Modellregion ausgewählt, die sich durch eine niedrige Arbeitslosenquote sowie einen hohen Fachkräftebedarf auszeichnet. Mit insgesamt elf Welcome Centern verfügt die Region zudem über eine gute Service-Struktur für ausländische Fachkräfte.
10. Muss ich die Kosten für die Berufsanerkennung und die Nachweise zur Integrationsfähigkeit/ Sprachzertifikate selbst tragen?

Ja, die Kosten für das Sprachzertifikat der deutschen Sprache und für das Anerkennungsverfahren müssen Sie selbst tragen. Auch die Kosten für das Visumverfahren sowie mögliche Kosten für das Erbringen von Nachweisen zur Erfüllung der Kriterien der Integrationsfähigkeit (z.B. Englisch- oder Französischsprachzertifikate) müssen Sie selbst erbringen.

11. Wann darf ich nach Deutschland einreisen?

Nachdem Ihr Berufsabschluss anerkannt wurde und Sie die 100-Punkteprüfung bestanden haben und wir Sie an einen Arbeitgeber vermittelt haben. Sobald Sie ein konkretes Arbeitsplatzangebot haben, können Sie bei der Deutschen Botschaft ein Visum beantragen und nach Deutschland einreisen.

12. Wo kann ich nach meiner Ankunft in Baden-Württemberg vor Ort Hilfe bekommen?
Nach Ihrer Einreise können Sie sich in Baden-Württemberg an die so genannten Welcome Center wenden. Die insgesamt 11 Welcome Center sollen Ihnen eine erste Orientierung geben und beraten Sie im Bereich Aufenthaltsrecht, aber auch zu jeglichen Fragen zum Alltag in Deutschland wie etwa bei der Wohnungssuche, Steuern, Versicherungen und Freizeitmöglichkeiten.
13. Wo kann ich nachsehen, ob es meinen Berufsabschluss in Deutschland gibt?

Wenn Sie nicht sicher sind, ob der von Ihnen erlernte Beruf in Deutschland überhaupt existiert, können Sie hier selbst nachsehen, ob es nicht vielleicht einen Referenzberuf gibt, bzw. welcher Berufsabschluss in Deutschland mit ihrem erlernten Berufsabschluss am ehesten vergleichbar ist in Bezug auf die beruflichen Qualifikationen und Anforderungen.

14. Kann ich auch mit einem Hochschulabschluss am Modellprojekt teilnehmen?

Grundsätzlich ja. Ein ausländischer Hochschulabschluss kann in Deutschland auch als Abschluss in einem Ausbildungsberuf anerkannt werden, wenn die im Rahmen der ausländischen Hochschulausbildung erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten mit den in einer beruflichen Ausbildung vermittelten Kenntnissen und Fähigkeiten gleichwertig sind.
Allerdings gilt dies nicht für Drittstaatsangehörige, die einen in Deutschland anerkannten ausländischen oder einen einem deutschen Hochschulabschluss vergleichbaren ausländischen Hochschulabschluss besitzen. Für Akademikerinnen und Akademiker stellt bspw. die Blaue Karte EU ein Zugangsweg zum deutschen Arbeitsmarkt dar. Weiterführende Informationen zu den genauen Erteilungsvoraussetzungen der Blauen Karte EU finden Sie auf www.make-it-in-germany.com.

15. Wie lange darf ich in Deutschland bleiben?

Das Modellprojekt ist auf einen Zeitraum von drei Jahren beschränkt. Wenn die ausländische Fachkraft nach Ende der Laufzeit des Modellprojekts in Baden-Württemberg weniger als zwei Jahre eine Beschäftigung im Rahmen des Modellprojekts ausgeübt hat, darf sie diese Beschäftigung weiterhin ausüben.
Die Aufenthaltserlaubnis wird durch die zuständige Ausländerbehörde zunächst befristet ausgestellt und muss nach Ablauf durch die zuständige Ausländerbehörde verlängert werden. Wenn Sie mit einer Aufenthaltserlaubnis zwei Jahre rechtmäßig eine versicherungspflichtige Beschäftigung im Rahmen des Modellprojekts in Deutschland ausgeübt haben, ist bei einer Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit zur Ausübung einer Beschäftigung nicht mehr erforderlich. Sie können dann jede Beschäftigung ausüben.

16. Wie lange darf der Zeitpunkt des Erwerbs der Sprachzertifikate zurückliegen?

Der Erwerb von Sprachzertifikaten, mit denen Sprachkenntnisse nachgewiesen werden, sollte grundsätzlich nicht länger als ein Jahr zurück liegen. Maßgeblich für den Beginn der Jahresfrist ist die erste Kontaktaufnahme mit dem Virtuellen Welcome Center. Ein Sprachzertifikat, dessen Erwerb länger als ein Jahr zurück liegt, kann als Nachweis akzeptiert werden, wenn weitere Umstände hinzutreten, die darauf schließen lassen, dass das erforderliche Sprachniveau nach wie vor erfüllt wird. Dies kommt beispielsweise in Betracht, wenn bereits ein hohes Sprachniveau vorliegt, ein höheres Sprachniveau zertifiziert wurde als erforderlich ist, die Zeitspanne von einem Jahr nur geringfügig überschritten wird oder sich im Rahmen der Kommunikation zeigt, dass der Bewerber/die Bewerberin die Sprache auf dem Niveau des Sprachzertifikats beherrscht.

17. Wie kann ich muttersprachliche Kenntnisse nachweisen?

Bei dem Kriterium „Fortgeschrittene Englisch- oder Französischkenntnisse“ kann es sich auch um muttersprachliche Kenntnisse handeln. Diese können durch geeignete Belege (z.B. Schulzeugnisse aus Ländern, in denen Englisch oder Französisch Amtssprache sind) nachgewiesen werden. Von der Vorlage eines etablierten Sprachzertifikats kann in diesem Fall abgesehen werden.