Voraussetzungen für die Teilnahme

Voraussetzung für die Einwanderung nach Deutschland über das PuMa-Verfahren ist ein abgeschlossener Berufsabschluss und Deutschkenntnisse. Aufgrund der besonderen Bedeutung von Deutschkenntnissen für die Integration von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in den deutschen Arbeitsmarkt und in die Gesellschaft sind diese das zentrale Kriterium. Allerdings können fehlende Deutschkenntnisse teilweise auch durch andere Integrationskriterien ausgeglichen werden, wie z.B. durch einen rechtmäßigen Voraufenthalt in Deutschland oder durch in Deutschland lebende Verwandtschaft. Aber auch mit Englisch- und Französischkenntnissen sowie durch einen vorherigen Bildungs- oder Erwerbsaufenthalt in einem Land der Europäischen Union kann ein Teil der fehlenden Punkte bei den Deutschkenntnissen ausgeglichen werden.

Abgeschlossene Berufsausbildung

Die erste Grundvoraussetzung zur Teilnahme an PuMa ist eine abgeschlossene Berufsausbildung, die in Deutschland, bzw. im Bundesland-Baden-Württemberg, anerkannt wird. Das bedeutet, es wird geprüft, ob die in Ihrem Herkunftsland erworbenen Qualifikationen und Fähigkeiten Ihres Berufes dem deutschen Standard dieses Berufsbildes entsprechen. In diesem Zusammenhang ist wichtig zu beachten, dass im deutschen Berufsausbildungssystem im Gegensatz zu vielen anderen Ländern neben der Vermittlung von theoretischen Wissen, ein großer Schwerpunkt auf dem Erlernen von praktischen Fähigkeiten liegt. So werden viele deutsche praxisbezogene Berufsausbildungen in anderen Ländern im Rahmen eines Universitätsstudiums unterrichtet. Prinzipiell können diese Studienabschlüsse in Kombination mit den erforderlichen praktischen Qualifikationen jedoch ebenso als Berufsausbildung anerkannt werden. Sollten Ihnen in Ihrem Hochschulabschluss die praktischen Lehrinhalte fehlen, so können Sie zumindest eine Teilanerkennung bekommen.

Anerkennung der Berufsausbildung

Ob die in Ihrem Berufszertifikat dokumentierten Qualifikationen dem deutschen Referenzberuf * gleichwertig sind, wird in einem so genannten Anerkennungsverfahren geprüft. Ein Anerkennungsverfahren ist für schulische, akademische und berufliche Abschlüsse möglich. Das Verfahren beginnt mit einem Antrag auf die Prüfung der Gleichwertigkeit einer ausländischen Berufsqualifikation. Der Antrag wird bei der für den jeweiligen Beruf zuständigen Anerkennungsstelle eingereicht. Je nach Bundesland und Beruf sind unterschiedliche Stellen für die Überprüfung der Gleichwertigkeit zuständig. Die Kosten für die Berufsanerkennungsverfahren müssen vom den Bewerberinnen und Bewerbern selber getragen werden.

Bei der Suche nach der zuständigen Stelle ist der „Anerkennungs-Finder“ eine hilfreiche Unterstützung: Anerkennungsinteressierte können auf dem Portal „Anerkennung in Deutschland“ ihren sogenannten „Referenzberuf“ recherchieren. Anschließend  kann dort auch die passende Anerkennungsstelle gefunden werden.

Persönliche Unterstützung gibt es bei der Hotline „Arbeiten und Leben in Deutschland“ sowie bei den IQ Beratungsstellen. Sie informieren Interessierte und unterstützten sie Schritt für Schritt während des Anerkennungsverfahrens.

Da die Ausbildungsinhalte, die Dauer und das Niveau der Ausbildung sowie auch die Berufsbilder selber in jedem Land unterschiedlich sind, ist eine vollständige Anerkennung der Berufsausbildung sehr oft nicht möglich. Aus diesem Grund können Sie zunächst auch nur eine Teilanerkennung Ihrer Berufsausbildung bekommen. Die fehlenden Qualifikationen können Sie später in Deutschland nachholen und parallel dazu schon eine Arbeit aufnehmen, die im unmittelbaren Zusammenhang mit ihrer Nachqualifizierungs/Anpassungsmaßnahme steht. Allerdings brauchen Sie für eine Einreise nach Deutschland ein konkretes Arbeitsplatzangebot.

* Der Referenzberuf ist die aktuelle deutsche Berufsqualifikation, mit der die vorliegende ausländische Berufsqualifikation im Rahmen der Gleichwertigkeitsprüfung verglichen wird.

Punkteprüfung

Bei der Punkteprüfung werden in erster Linie Ihre Deutschkenntnisse bewertet. So bekommen Sie mit B2 Deutschkenntnissen die volle Punktzahl von 100 möglichen Punkten. Allerdings können Sie auch mit Deutschkenntnissen auf B1 und A2 Niveau an PuMa teilnehmen, wenn Sie diese durch andere Integrationskriterien ausgleichen wie z.B. durch einen rechtmäßigen Voraufenthalt in Deutschland oder durch in Deutschland lebende Verwandtschaft. Aber auch mit Englisch- und Französischkenntnissen sowie durch einen vorherigen Bildungs- oder Erwerbsaufenthalt in einem Land der Europäischen Union können Sie einen Teil der fehlenden Punkte bei den Deutschkenntnissen ausgleichen.

Wie genau Sie die erforderlichen 100 Punkte erreichen und wie Sie Ihre Deutschkenntnisse mit den anderen so genannten Integrationskriterien kombinieren können, können Sie aus der Grafik unten entnehmen.

Für die nachfolgenden Kriterien zur Integrationsfähigkeit können ausländische Fachkräfte Punkte erhalten:

Deutschkenntnisse

  • Niveau B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GeR): 100 Punkte
  • Niveau B1 des GeR: 50 Punkte
  • Niveau A2 des GeR: 25 Punkte

Weitere Integrationskriterien
(als Ausgleich für fehlende Punkte bei einem Sprachniveau unter B2)

  • gut integrierte Verwandtschaft (bis 2. Grades) in Baden-Württemberg: 50 Punkte
  • Voraufenthalt in Deutschland (mindestens 12 Monate, aufgeteilt auf maximal drei Aufenthalte): 50 Punkte
  • Bildungs- oder Erwerbsaufenthalt in einem EU-Mitgliedsland (mindestens 6 Monate, aufgeteilt auf maximal 2 Aufenthalte): 25 Punkte
  • Fortgeschrittene Englisch- und Französischkenntnisse (Niveau B1 des GeR): 25 Punkte

 

Dabei gilt ein Baukastenprinzip: Mindestens 25 Punkte müssen durch Deutschkenntnisse erzielt werden. Unterhalb des Niveaus A2 ist kein Arbeitsmarktzugang möglich. Die weiteren Kriterien (grau in Abbildung 1) können beliebig kombiniert werden, um die benötigte Gesamtpunktzahl von 100 Punkten zu erreichen.

 

Abbildung 1: Punkteprüfung